Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Unsere Welt ist derart aus dem Gleichgewicht geraten, dass es uns an der kompletten Grundlage fehlt. Wir müssen erst einmal wieder anfangen zuzulassen, reinzulassen…denn „verstehen wollen“ ist hier ein aussichtsloser Ansatz. Eine Welt, in der der Mensch den Zugang zu seiner eigenen Natur verloren hat, kann sich ja gar nicht mehr anders wahrnehmen. Wir sind so darauf versessen alles tot zu erklären, mit Studien zu belegen und zu analysieren, dass wir mittlerweile den totalen Tunnelblick haben. Es bleibt einfach gar kein Raum mehr um sich zu erfahren. OH JA, die Erfahrung! Der Prof. Dr. Dr. Titel in der Welt der Ent-Wicklung. Sie ist keine erlernbare Autorität. NEIN! Sie wird dir verliehen und zwar durch das Leben! Dabei gibt es keine Vergünstigungen und Abkürzungen. Keine angefangene „Dr.-Arbeit“ die nur noch auf “Vollendung” wartet und keine Begünstigungen durch äußere Umstände. Nein, durch die Bewältigung deiner vom Leben gestellten Herausforderungen und die daraus resultierenden positiven Erfahrungen, entwickelt sich ein hoher innerer Status! Keine Manschette zum anheften, die dein Ego streichelt. Kein künstlich gepushter äußerer Status! Diesen Titel, diese Entwicklung kann dir einfach niemand mehr nehmen.

Als ich angefangen habe mich mit persönlicher Entwicklung auseinanderzusetzen, habe ich festgestellt, dass ich ein totaler Angsthase bin. Ich war total überfordert in Situationen, in denen ich für mich oder andere einstehen musste. Wobei die Unsicherheit in Bezug auf andere noch größer war. Meine Kinder waren auch hier wieder der Brandbeschleuniger. Durch ihre teilweise besonderen Bedürfnisse, (so habe ich es damals jedenfalls betrachtet) bin ich automatisch in Konflikte geraten. Vor allem in innere Konflikte, weil der Widerspruch zwischen gesellschaftliches System und kindliches Bedürfnis nicht weiter hätte auseinander liegen können. Mein Herz hat geblutet, doch die Angst und Unsicherheit… Unfähigkeit war größer. Ich habe das Leben dafür gehasst. Es war einfach total aussichtslos. Klar, ich habe ja auch komplett gegen meine inneren Werte gehandelt und somit konnte sich auch nichts ändern. Mittlerweile weiß ich auch woher die Annahme kommt, dass sich einfach irgendwann alles von allein ändert. Es ist dieser “er wird mich retten” Ansatz, welcher auf dem Archetyp der Prinzessin beruht. Und genau das ist der Knackpunkt. Eine Prinzessin ist im Prinzip ein Kind, eine Heranwachsende, die den Reifeprozess (Initiationsprozess) noch nicht vollzogen hat. Naturvölker haben Heute noch Initiationsrituale, wo echte Prüfungen in einem bestimmten Alter abgelegt werden müssen, um in den Kreis der Männer bzw. der Frauen aufgenommen zu werden. Sie müssen dafür aus ihrer Komfortzone und sich umfangreich ihren Ängsten stellen. Das trägt dazu bei, dass sie zu stabilen Persönlichkeiten heranreifen, lernen Verantwortung zu übernehmen und sich somit ein gesundes Selbstvertrauen ausbildet. Auf dieser Grundlage finden sie ganz natürlich ihren Platz in der Gemeinschaft, was wiederum das Selbstwertgefühl prägt.

Genau dort lag viele Jahre lang mein persönlicher Schmerz. Ich hatte keinen Platz in dieser Gesellschaft, weil ich einfach noch nie funktioniert habe – was diese Welt aber so dringend voraussetzt. Es gab für meine Fähigkeiten und Stärken keine Orientierung im Außen, so dass ich das totale Interesse an einer logisch-technisch funktionierenden Welt verloren hatte. Die Vollkatastrophe kam allerdings erst noch, denn ich hatte es ja trotzdem jahrelang versucht. Außerdem wurde ich so erzogen und konditioniert. In diesem Zustand, in dem ich mich nicht mal mehr an mich selbst erinnerte, bekam ich nun mein erstes Kind. Eine natürliche Geburt, so wie auch die drei darauffolgenden Geburten. Diese erste Geburt war ein Spiegel der Vergewaltigung und Demütigung und der Beginn eines 10 jährigen Initiationsprozesses. Diesen hier zu schildern würde ein ganzes Buch in Anspruch nehmen und dich lediglich unterhalten, aber nicht voranbringen. Es nützt nämlich nichts etwas wieder NUR ÜBER DIE KOGNITIVE EBENE AUFZUNEHMEN! Du musst es TUN! Du musst es FÜHLEN! Du musst es selbst ERFAHREN!

Tiefes Vertrauen ist Vertrauen in dich selbst und in das Leben. Es ist die Gewissheit, dass du sicher bist, egal was in der Welt geschieht. Weil genau DU dein größter Joker bist. Du selbst hast dir gezeigt, dass du dir GLAUBEN UND VERTRAUEN kannst. Du weißt, dass du das Beste aus allem rausholen wirst, weil du dich auf deine erworbenen Fähigkeiten verlassen kannst. Es muss dich niemand mehr retten, weil DU SELBST zu dem kompetentesten Menschen für dein eigenes Leben herangereift bist. Das funktioniert aber eben nur auf der Basis von Integrität und Reflektion. Du musst lernen für dich und deine Bedürfnisse aufzustehen, um anschließend Heilung in deine Themen zu bringen. Wenn du nämlich in dem anderen Extrem gewaltvoll deinen Willen durchsetzt, ohne dabei dein Verhalten zu reflektieren und deine Spiegel (Reaktionen von deiner Umwelt) zu betrachten, wirst du ebenfalls deinen Platz nicht finden können. Wenn wir den Weg alleine gehen, sprich ohne Kinder, scheint es auf den ersten Blick leichter zu sein und schneller zu gehen. Das kann täuschen, denn die Tiefe deiner Entwicklung bestimmt die tiefe der Trigger. Die Ahnen spielen dabei eine entscheidende Rolle, was wir natürlich nur schwer erkennen, wenn es kein Spiegelbild in deiner Nähe gibt. Klar spiegelt dich jeder Mensch und manche auch sehr tief, durch lange karmische Verbindungen. Dennoch ist kein reiner Fingerabdruck von dir Selbst dabei. Das geschieht erst durch die Fortführung der Ahnenlinie. Dann machst du es im Außen sichtbar. Unsere Kinder sind, wenn wir uns wehren und Angst davor haben genauer hinzusehen, eine große Herausforderung. Wenn du aber die Verantwortung für dein Leben und deine Kinder übernimmst, ohne sie wortlos dem System zu übergeben, werden sie dir in jedem Moment ihres Sein den Weg zeigen. Sie haben mich gelehrt wie ich mir vertrauen kann, in dem ich ihnen vertraue. Zuerst habe ich es für sie getan, dann für mich und nun tue ich es für UNS.

In grenzenloser Liebe an meine größten Lehrer – meine Kinder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.