„Schuld und Scham bewerten dich. Stellen dich in Frage – von Angesicht zu Angesicht. Dein Grab erschaffen durch Karma, öffnet die Bühne für dein Lebensdrama. Du bist das Opfer, ohne Zweifel und Reflektion – verharrst im Zustand der Rebellion!“

Cara Berger

Emotionen sind Gefühle eingeschlossene Verletzungen.

Es ist ein großer Unterschied, ob du in einer Situation mal auf den Tisch haust, oder ob du total eskalierst, weil ein alter Schmerz getriggert wird. Zweiteres kann dir die Hölle auf Erden bringen – deine persönliche Hölle.

Kontrolle abgeben stellt für viele Menschen eine große Hürde dar. Kontrollverlust kann sogar als lebensbedrohlich empfunden werden, wenn sich entsprechende Traumata dahinter verbergen.

Eine Situation, die Du im Moment des Ereignisses nicht verarbeiten kannst (weder psychisch noch kognitiv), wird in deinem System eine Art Notprogramm aktivieren. Dazu gesellen sich Gefühle die vielleicht sogar völlig neu sind (vor allem in der Kindheit). Überforderung führt häufig zur absoluten Handlungsunfähigkeit, eine Art Starre. WAS NICHT VERARBEITET WERDEN KANN, WIRD ERSTMAL ISOLIERT/ABGESPALTEN UND EINGESCHLOSSEN.

Eine Emotion wurde geboren. Sie wird sich später in deinem Leben wie eine Handgranate verhalten, die einen emotionalen Dauerbrand hinterlässt, der sich wie folgt äußern kann. Du schleppst bestimmte Ereignisse Tage, Wochen, oder sogar Jahr mit dir herum? Immer wieder regst du dich darüber auf und es versaut dir regelrecht den ganzen Tag und auch später musst du es immer wieder aufwärmen? Sehr beliebt ist auch es jedem zu erzählen, um sich bestätigen zu lassen. Im Prinzip wollen wir einfach nur verstanden werden, was aber so keinen Sinn macht, weil der Ursprung ganz woanders liegt. Es gibt Menschen, zu denen ich im übrigen auch gezählt habe, die sich in so eine Nummer richtig reinsteigern können. Wir nennen es im Volksmund “nachtragend sein”, ich nenne es nicht loslassen können. Und warum? Weil sich ein tieferer Schmerz dahinter verbirgt, der an sich aber gar nichts mit der Person bzw. Situation zu tun hat. Er/Sie/Es ist nur der Auslöser (Trigger), aber nicht die Granate selbst. 

Ein Beispiel. Du hast etwas für dich traumatisches erlebt und befindest Dich Jahre später in einer Situation, wo es einen Trigger gibt. Ein Mensch der so ähnlich aussieht, ein Duft, ein Geräusch, ein bestimmter Wortlaut, ein Lied… Irgendwas dient als Trigger und dann passiert es! Du gehst ab wie Schmitz Katze – die Bombe platzt. Oder dich beamt es total weg und du gehst “einfach so” an die Decke. Du verstehst die Welt nicht mehr und niemand versteht Dich! Zusätzlich bekommst Du Spiegel (Reaktionen) der Ablehnung oder Gleichgültigkeit. Ein Teufelskreis, eine beschissene Abwärtsspirale! Du siehst Dich als Opfer und das im Prinzip ja auch zurecht. In der Ursprungssituation hättest du Hilfe und Begleitung gebraucht, doch die gab es nicht. Nun bist du (körperlich) erwachsen und diese eingeschlossene Wunde wartet auf Zuwendung, so dass sie endlich heilen kann.

Genau in solchen Situationen liegt die Chance JETZT HINZUSCHAUEN! Nicht wegsehen, so wie andere Menschen damals in deiner Notlage. Jetzt ist es DEINE VERANTWORTUNG dich darum zu kümmern. Und JA FUCK, jetzt kommt die Phase wo es verdammt unangenehm wird! Denn du wirst diese Situation nun noch einmal erleben, INNERLICH! Aber dieses Mal bist du reif für all das was jetzt kommt. Du kannst es jetzt kognitiv/geistig verarbeiten und verstehen, du hast schon einige Krisen hinter dir und bist psychisch viel stabiler UND du bist dieses Mal in der Lage, “für Dich aufzustehen”! Kein Schweigen mehr, kein Zurückweichen, kein Aushalten! Du stehst FÜR DICH auf und lässt die Gefühle zu. Ich gebe zu, dass dieser Teil am Schwierigsten ist, denn eine Handgranate wartet nicht bis sie auf einer unbemannten Wiese ist. Sie explodiert einfach und reißt in der Regel Unschuldige mit sich. Du sollst es rauslassen, ja! Aber bitte in einem entsprechenden Rahmen, oder am besten an der passenden Adresse. Natürlich geht das in vielen Fällen nicht mehr, aber dafür gibt es auch entsprechende Tools.

Fakt ist, dass du nichts dauerhaft deckeln kannst was in Dir ist. Es muss noch einmal durchlebt werden, um den Gefühlen (von damals) ein Ventil zu geben. Der Druck muss weg, sonst manifestiert er sich an anderen Stellen im Körper, was zu Krankheit führt. Danach kannst du auch viel leichter und effektiver in die Vergebung gehen. Diesem “dunklen” Teil in Dir Raum zu geben macht dich weder böse noch schwach. Ganz im Gegenteil. Er wird sich als deine Kraftquelle erweisen, wenn du die Ahnen mit einbeziehst! Wenn du bereit bist noch tiefer in diese Thematik einzutauchen, wird sich dort ein noch viel tieferer Lebenssinn offenbaren. Dazu aber mehr wenn es dran ist.

Sei mutig und bewusst!

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